Der Künstler
Als Sohn eines Schweizers und einer Dunne-za Indianerin, einem Ureinwohnerstamm in Alberta und British Columbia, wird Jungen 1970 in Kanada geboren. Im Alter von sieben Jahren verliert er beide Eltern in einem Brand und wird von der Schwester seines Vaters aufgenommen. Er wächst in einer westlich geprägten Umgebung auf und scheint sich zu fragen, wie diese Kultur mit der indigenen Tradition zu vereinbaren ist. Diese Fragestellung verarbeitet Jungen in seiner Kunst, indem er dieses antithetische Paar gegenüberstellt und verschmelzen lässt: indigene Kultur vs. Globalisierung, Handwerk vs. Massenproduktion, mythologische Elemente vs. Konsumprodukte. Dabei beabsichtigt der Künstler nicht, die indianische Sitten und Gebräuche wiederzubeleben oder das westliche Kulturgut zu bewerten oder zu etikettieren. Es geht Jungen vielmehr darum, Klischees und Produktionsprozesse in einer globalisierten Welt zu hinterfragen.

Jungen und Nike
Den Durchbruch erlangte Brian Jungen 1999 mit seiner Serie "Prototype for New Understanding", für die er Nike Air Jordan Turnschuhe in Kombination mit beispielsweise Echthaar zu nordamerikanischen Indianermasken verarbeitete. Das Bestreben aus Altem Neues zu erschaffen, erinnert ihn stark an seine Mutter. Er erzählt: "Sie war ständig bemüht, die Lebensdauer der Dinge, Verpackungen und Geräte zu verlängern. Einmal mussten wir sogar das hintere Ende eines Pickup-Trucks als Erweiterung für unseren Schweinestall benutzen."

 



Prototype for New Understanding # 16 Kunstverein Hannover – Die Ausstellung
Vom 20.04.2013 bis zum 16.06.2013 zeigt der Kunstverein Hannover großformatige Skulpturen und Installationen neueren Datums. Wie bereits bei der Turnschuh-Serie, möchte Jungen in dieser Ausstellung keineswegs die Herkunft bzw. den Ursprung der verwendeten Materialien verbergen. Zu sehen sind Totempfähle aus Golftaschen, Trommeln und ein Tipi-Zelt aus Sitzmöbeln sowie gewebte Decken aus Basket- oder Baseball-Trikots.
Die spielerische, ironische Natur Jungens wird anhand vieler Details deutlich. Beispielsweise wählt er in seinen Objekten Sporttrikots, deren zugehörige Teams – die Indians oder die Red Skins – einen direkten Bezug zur indigenen Bevölkerung herstellen. Zudem wurden die Ledersofas, aus denen das Tipi-Zelt Jungens entstand, im Voraus entsprechend "skalpiert". 
Lasst Euch von den Exponaten überraschen!

 

Weitere Details findet Ihr unter: www.kunstverein-hannover.de

 

 

My Decoy (2011)

 

 

Blanket No. 7 (2008)

 

 

1980, 1970 und 1960 (2007)

 

 

The Prince (2006)