History repeats
Die Marke Wemoto haben wir Euch in der Vergangenheit bereits vorgestellt. Die Entstehungsgeschichte liegt schon 10 Jahre zurück, als Patrick Lotz und Gregor Garkisch Stefan Golz mit ins Boot holten, um ihm die kreative Leitung der Marke anzuvertrauen. In der Skatekultur beheimatet, half ihnen dieser Background, um die Vision hinter Wemoto zu realisieren. Hinzu kam das handwerkliche Talent Golz‘, dessen Tuschezeichnungen auf den Boards und T-Shirts des Labels zu Sammlerstücken der Szene wurden.
Ursprünglich sollte der Name der Marke ein anderer werden, Remoto, ein dem Spanischen entliehenes Wort, welches so viel wie "weit entfernt" oder "fern" bedeutet. Da es den Namen allerdings schon gab, wurde das "R" kurzerhand durch ein "W" ersetzt und somit ein aussagekräftiges - wenn auch bedeutungsentleertes -  Zeichen gesetzt. Wemoto was born!

Stefan Golz – Master at work
Fragt man Stefan Golz, ob er sich als Kunstrichtung der Urban Art zugehörig fühlt, zögert er, da Urban Art für viele eine öffentlich zugängliche oder gar illegale Komponente beinhaltet, die in seiner Arbeitsweise nicht vorliegt. Durch Drucke auf T-Shirts und Skateboards beeinflusst er nur indirekt die öffentliche Umgebung, deshalb bevorzugt er die Beschreibung "zeitgenössischer Künstler mit subkulturellen Wurzeln".
Mit Skateboards fing alles an. Gezeichnet hat er schon immer, aber erst auf den Boards fand er, "dass das Zeichnen […] auch cool sein kann". Bei seinem Vater entdeckte er ein verschlossenes Kästchen mit Zeichenutensilien und da es ihn magisch anzog, fing er mit Tuschezeichnungen an.  Er versuchte später auch andere Techniken wie Siebdruck oder Zeichenprogramme am PC, kehrte jedoch ständig zurück zur Tusche.
Seine Herangehensweise, die auch heute noch zum Einsatz kommt, entwickelte er schon als Teenager, als er Models aus den Zeitschriften seiner älteren Schwester abzeichnete und dabei Elemente und Körperteile neu kombinierte. Heutzutage bildet er vornehmlich prägende Persönlichkeiten oder beliebte Charaktere der Popkultur ab.

Vom T-Shirt zum Exponat und zurück
Wie bei seinen T-Shirt-Kreationen für Wemoto fügt Golz der reinen Tuschezeichnung gerne ein typographisches Element hinzu: "So ergänze ich meine Arbeiten – die ja aus filigranen Zeichnungen bestehen – mit etwas Plakativem: z.B. Zitaten. Ich mag diesen Stilbruch und die zwei Arbeitsweisen in einem Bild". Die Ideen für seine Texte kommen beim Arbeiten, denn dabei hört er gerne Musik. Deswegen liegt es auf der Hand, dass die Zitate oft aus Songtexten stammen.
Er versucht sich manchmal auch an Bildern in Farbe, aber nur, wenn er den Eindruck bekommt, dass er zu sehr in die Welt des Schwarzweißen eintaucht. Schlussendlich fühlt er sich darin allerdings viel wohler, was seiner Meinung nach daran liegt, dass bei einer Schwarz-Weiß-Zeichnung viel weniger Überlegungen anfallen.
Elemente der Popkultur faszinieren ihn, weil sie keine eindeutige Bedeutung haben und sie jeder mit etwas anderem verbindet. Das macht für Golz auch den Reiz aus "moderne, eigentlich laute Bildthemen mit einer alten Technik darzustellen". Oft werden Themen oder Symbole der Popkultur durch Collagen oder Siebdruck dargestellt, nicht aber in Tusche.

In seiner letzten Ausstellung "All Ghosts", die im November letzten Jahres in der Galerie Neuheisel in Saarbrücken gezeigt wurde, konnte das Publikum - vor allem die treuen Wemoto-Fans - einige bekannte Motive aus vergangenen Wemoto T-Shirt-Kollektionen entdecken. Aber auch neue Zeichnungen waren dabei. Einige der Motive zieren auch T-Shirts der neuen Sommerkollektion von Wemoto, welche Ihr bald in unseren Shops entdecken könnt – ein Stück funktionaler Kunst zum Mitnehmen!

 

Das komplette Interview mit dem Designer findet Ihr hier:
http://hypesrus.com/magazin/2012/11/13/exklusiv-stefan-golz-wemoto-im-interview-mit-wertical/