100% Baumwolle – Das lesen wir häufig, wenn wir uns die Wäscheanleitung unserer Kleidung ansehen oder nach neuen Sachen im Internet suchen und uns dabei die Artikelbeschreibung durchlesen. Aber was genau hat es mit Baumwolle auf sich? Warum wird diese Faser so häufig in der Textilindustrie verwendet und wo kommt sie her? Wächst sie an Bäumen oder aus dem Boden? – Wir wollen Euch die Antworten und noch andere interessante Infos rund um den Rohstoff Baumwolle geben.
 
Erstmal (ein bisschen) Theorie
Baumwolle nennt man die Fasern aus den Samen der Baumwollpflanze. Die Baumwollpflanze ist ein strauchartiges Gewächs, quasi ein Busch. Nach dem ersten Sähen müssen 2 Monate vergehen, damit Knospen aus den Blüten hervorgehen, die dann 3 bis 5 walnussgroße Kapseln mit den Samenkernen entwickeln. Die reife, aufgesprungene Kapsel enthält weiße Watte die aus ihr herausquillt. Das sind die stark behaarten Samenkerne – Baumwolle!
Die Baumwollfasern müssen dann gewaltsam von den Samenkernen abgetrennt werden, denn die Fasern haften sehr fest an ihnen. Diese Aufgabe übernehmen heutzutage große Maschinen, während sie über das Baumwollfeld fahren.
Anbaugebiete von Baumwolle liegen in wärmeren Regionen wie in den Tropen und Subtropen. Deswegen gehören Indien, China, die USA und viele Länder in Afrika zu den größten Exporteuren von Baumwolle.
 
Schon um 2700 v. Chr. wurde in Pakistan Baumwolle zur Anfertigung von Kleidung verwendet. Um das Jahr 800 wurde Baumwollkleidung das erste Mal von arabischen Kaufleuten nach Europa gebracht. Im 16. Jahrhundert wurde der Baumwollanbau zum wichtigsten Wirtschaftszweig der USA. Heute zählt die Baumwoll-Industrie weltweit  in über 90 Ländern zu den wichtigsten Arbeitgebern und sorgt für enorm hohe wirtschaftliche Aktivität.

 

Die Stadien der Baumwolle von links nach rechts:
Knospe / Blütenöffnung / Verblüht / 2x Junge Fruchtstadien / Kapsel fast reif / Vollreife Geöffnete Kapsel
 
Wie wird aus der Baumwolle Stoff für meine Kleidung?
Wie man die Fasern aus der Baumwollpflanze bekommt, haben wir ja schon erfahren. Die gesammelten Fasern werden dann zu großen Ballen zusammengepresst, um sie weiter in Textilfabriken zu transportieren. In der Fabrik werden die Ballen gelöst und in speziellen Maschinen zu Bändern zusammengedrückt. Anschließend werden die Fäden zu Fasern versponnen. In Spinnmaschinen wird aus den Fasern das Garn gedreht. Um die Baumwolle an die heutigen Ansprüche der Mode anzupassen wird sie veredelt. In diesem Verfahren wird sie dann gebleicht, gefärbt, filzfrei gemacht, vor Verschmutzung geschützt usw. Das veredelte Garn kann dann zu fertigen Stoffen gewebt werden: Und fertig ist Dein Shirt!
 
 
Warum tragen wir Baumwolle?
Baumwolle hat viele Eigenschaften, die es zu einem perfekten Stoff für Textilherstellung machen: Sie ist gut waschbar (bis 95°C bei ungefärbten Teilen), hat eine hohe Farbechtheit und eine hohe Hautsympathie. Baumwolle ist antistatisch, hat eine hohe Strapazierfähigkeit sowie eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme. Deswegen wird Baumwolle in so vielen Textilien wie z.B. in Jacken, Hemden, T-Shirts, Hosen, Sweatshirts, Strick, Unterwäsche und Geldscheinen verwendet.
Ja, nicht nur in der Textilindustrie wird Baumwolle verarbeitet! Auch als Verbandsmaterial in der Medizin sowie in der Kosmetik und Hygiene als Watte oder Wattestäbchen und in Form von Banknoten kommt Baumwolle zum Einsatz. Der Euroschein kann also ruhig mal mit gewaschen werden, das macht ihm nichts aus! Auch Zelte, Planen, Feuerwehrschläuche und Kaffeefilter verwenden in ihrer Herstellung Baumwolle.