"Toy Story", "Findet Nemo", "Die Unglaublichen" oder "Ratatouille" sind Heldenfilme, die nicht nur Kinderherzen erfreuen und zum Träumen animieren. Am 27. Januar 2013 startete im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg eine Retrospektive der besonderen Art. Unter dem Namen "PIXAR. 25 Years of Animation" wird der Walt Disney-Tochter ein spannender Rahmen geboten, um die Kunst des „computerisierten Langfilms“ und seine beeindruckenden Möglichkeiten vorzustellen.
 
Der Meilenstein in der Animationsfilmgeschichte
Mit dem Welterfolg von "Toy Story" im Jahr 1995, dem ersten Kinostreifen, der vollständig am Computer erstellt wurde, rückte PIXAR ins Augenmerk der Animations-Liebhaber. Dabei war der Durchbruch dieses Genres nicht von Anfang an garantiert. Traditionalisten sahen den technisierten Prozess kritisch. Kann der computeranimierte Film gegen das klassische Zeichenhandwerk bestehen? Wer noch die Vorgänger wie "Schneewittchen" (1937) oder "Pinocchio" (1940) kennt – die ersten Zeichentricks von Walt Disney in Spielfilmlänge –, weiß, was damit gemeint ist.
Doch spätestens nach "Die Monster AG" (2001) und "Findet Nemo" (2003) waren die Würfel gefallen: PIXAR hatte sich an der Spitze der Industrie etabliert und ist mittlerweile eine feste Größe im Animationsfilm. Doch wen wundert es? Der Apfel fällt letztlich nicht weit vom Stamm: der "Regisseur" von PIXARs Erfolgsgeschichte ist kein geringerer als Apple-Mitgründer Steve Jobs.
 
"Findet Nemo" (2003)

 

Der Schöpfungsprozess der Trickfilmhelden
Viele denken beim Entstehungsprozess von Animationsfilmen lediglich an das aufwendige Programmieren am Computer. Aber der künstlerische Prozess vollzieht sich bereits lange davor. Der Computeranimation schaltet sich eine ganze Armee an Kreativen vor, die mit ihren Ideen und ihrem Können einen substanziellen Beitrag in der Entwicklung der Charaktere leisten.  
Die gestalterischen Grundlagen jedes Films werden zunächst mit den klassischen künstlerischen Methoden wie Zeichnung, Malerei, Pastellmalerei oder Bildhauerei erarbeitet. Erst in einem weiteren Arbeitsschritt werden die Charaktere am Computer digital umgesetzt und fangen an, sich zu bewegen.
 
Die Exponate im MKG Hamburg
So wie PIXAR das "traditionelle Handwerk" mit den technischen Neuerungen verbindet, zeigt die Ausstellung mit über 500 Exponaten Skizzen, Grafiken, Farbzeichnungen und Skulpturen aus den Filmwerkstätten der PIXAR-Studios in Emeryville, nahe San Francisco, und verbindet diese mit zahlreichen Monitoren, Projektionen und Touchscreens. Somit bekommt der Besucher einen Einblick "hinter die Kulissen", in den Entstehungsprozess erfolgreicher Animationsfilme.
Bis zum 12. Mai 2013 könnt Ihr die Filmhelden und Ihre Entstehung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg besichtigen. Der Unterhaltungsfaktor hierbei ist groß, sowohl für den Laien, als auch für den "Berufs-Kreativen".
 

 

"Oben" (2009)

 

 

"Toy Story" (1995)