Jeder von uns hat wahrscheinlich ein Produkt zu Hause, das ganz oder zumindest teilweise aus Leder besteht. Schon seit tausenden von Jahren wird Leder vor allem zur Herstellung von Kleidung verwendet und auch Ihr habt doch bestimmt eine Lieblings-Lederjacke oder ein paar Lieblings-Lederschuhe? Aber warum ist Leder so beliebt und was sind die Verarbeitungsschritte? Warum wird es für so viele unterschiedliche Produkte verwendet und was gibt es für verschiedene Arten? Hier findet Ihr die Antworten.

 

Der Weg zum Leder
Unter Leder versteht man durch „Gerbung“ haltbar gemachte Tierhaut, bzw. deren Hautschicht ohne Haare. Für die Herstellung kann theoretisch jede tierische Haut verwendet werden, wobei das Ausgangsmaterial meistens auch entscheidend für die Qualität des Leders ist. Bevorzugt werden die Häute von Rindern, Kälbern, Schafen, Ziegen und Schweinen. Bevor aus der Haut jedoch fertiges Leder wird, fallen viele mechanische und chemische Arbeitsgänge an.
Vor der Gerbung, dem Hauptprozess in der Lederverarbeitung, wird das Material eingeweicht und gewaschen. Danach kann mit dem Gerbeprozess begonnen werden.

 

Gerbungsverfahren
Gerbstoffe werden eingesetzt, um die verwendete Haut haltbar zu machen. Es gibt drei Arten der Gerberei: In der pflanzlichen, bzw. vegetabilen Gerbung werden keine chemischen Zusatzstoffe verwendet (Gerbstoff aus Tanninen, Rinden, Hölzern oder Früchten). Die Mineralgerbung verwendet Chromsalze, Aluminiumsalze und Zirkonsalze. Zudem gibt es Gerbungsverfahren, die neben pflanzlichen und mineralischen Stoffen auch synthetische Stoffe (Syntane, Glutardialdehyd, Formaldehyd…) verwenden. Bei der pflanzlichen Gerbung wird auf einen traditionellen Ablauf geachtet und ein hochwertiges Leder ist somit das Ergebnis. Ressourcenschonende Herstellung, lange Lebensdauer und umweltschonende Verwertungsmöglichkeiten sind weitere Vorteile.
Nach dem Gerben ist aus Haut Leder geworden! Anschließend kann das Leder in der Dicke gespalten werden. Den oberen Teil nennt man „Narbenleder“ oder einfach „Oberleder“, welches sich durch große Reißfestigkeit auszeichnet. Dieser Teil ist vor allem für Sattler-, Polster-, Bekleidungs- und Taschenwaren geeignet. Der untere Teil ist dünner und wird „Spaltleder“ genannt. Das Spaltleder wird zum Beispiel zu Veloursleder weiterverarbeitet und kommt oft bei Schuhen zum Einsatz.
Nach einer Entwässerung kann das Leder bei Bedarf eingefärbt werden und durch Zusatz von Fetten wird die geforderte Weichheit erlangt. Danach wird es in Trocknungsöfen gelagert.
Nach der Gerbung ist das Leder aber noch nicht gebrauchsfähig! Das Leder muss noch „zugerichtet“ werden. Dabei wird die Oberfläche behandelt, um sie gegen äußere Einflüsse zu schützen, gleichmäßige Farbe und Glanz zu erzielen und andere optische Eigenschaften zu erreichen.

 

 

Traditionelle Gerberei

 

Eigenschaften von Leder
Unterschiedliche Lederarten können aus jeder Haut hergestellt werden. Der Produktionsprozess entscheidet, welche Lederart letztendlich entsteht. „Blankleder“ hat eine gleichmäßige Struktur und ist relativ fest. „Nubuk“ hat eine weiche, offene Oberfläche. Es ist samtartig und kann hell oder dunkel aussehen, wenn man mit der Hand darüberstreicht. „Nappa“ ist Glattleder und kommt deswegen vor allem bei Möbeln zum Einsatz. Es ist besonders resistent gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung. „Velour“ wird auch Wildleder genannt und hat eine langfaserige Oberfläche, was es besonders weich macht.
Die Anwendungsmöglichkeiten von Leder sind sehr vielschichtig. Für viele strahlt Leder immer noch Luxus aus, vor allem wenn es in Möbeln, Taschen oder Portemonnaies verarbeitet wird. Aber vor allem für die Herstellung von Kleidung ist Leder geeignet, denn es bietet sehr gute Reiß- und Zugfestigkeit, Elastizität, Atmungsfähigkeit, Wasserundurchlässigkeit und vor allem lange Haltbarkeit. Schuhe, Handschuhe, Jacken, Mäntel, Hosen, Gürtel... viele Kleidungsstücke aus Leder zeichnen sich durch ihren naturverbundenen Look und ihre lange Haltbarkeit aus.

 

Lederpflege
Um die Eigenschaften des Leders möglichst lange zu erhalten ist es ratsam, das Leder nach und nach zu pflegen. Man unterschiedet dabei zwei Gruppen von Pflegemitteln: Bei der Pflege mit Oberflächenwirkung werden Lederwaren und Schuhe mit Creme oder Wachs gepflegt. Die Oberfläche wird so verschönert und bietet Schutz vor Verunreinigungen. Zur Pflege mit Tiefenwirkung gehören Öle und Fette: Sie helfen dem Leder seine weiche Beschaffenheit zu erhalten und verbessern die Wasserdichtigkeit.
 
Pflege von Rauhleder (Wild-, Velour-, und Nubukleder)
Keine Fette und Wachse verwenden! Damit verklebt man nur die Oberfläche. Die Oberfläche mit einer feinen Bürste oder Sandpapier behandeln. Empfehlenswert ist eine Imprägnierung per Sprühdose.
 
Pflege von Nappaleder (glatte Oberfläche)
Die Oberfläche sollte vorsichtig mit einem neutralen Waschmittel gereinigt werden. Das Leder nicht durchfeuchten! Nach dem Trocknen bei Zimmertemperatur cremt man das Leder mit einer Lederpflegemilch ein und poliert es mit einem Tuch nach.

 

Auch bei uns im Shop findet Ihr verschiedene Produktgruppen aus Leder, wie z. B. Schuhe von Red Wing und Hub oder Accessoires von Hestra, die Euch im Winter besonders gut schützen und dabei verdammt gut aussehen!